Bis zu 960 Liter Wasser aus dem Keller abgesaugt

Bis zu 960 Liter Wasser aus dem Keller abgesaugt

Arbeitszimmer
Das Arbeitszimmer im Keller des Hauses. (FOTO: FRANK GEHRMANN)
 
MEHRINGEN/MZ. Seit der ersten Dezemberwoche 2010 steht bei Familie von Zweydorff aus Mehringen das Wasser im Keller. "Wir wohnen seit 15 Jahren am Deibelsberg, aber so etwas hatten wir noch nicht", beschreibt Ulf v. Zweydorff die Situation.

Der Keller, den die Familie als Wohnkeller mit Büro ausgebaut hat, ist derzeit nicht nutzbar. "In der vergangenen Woche haben wir bis zu 960 Liter Wasser abgesaugt. Und das rund um die Uhr und wir sind beide berufstätig. Alle drei Stunden haben wir uns abgewechselt", so v. Zweydorff, der froh ist, dass sein Arbeitgeber für seine Situation Verständnis zeigte.

Auch die Nachbarn waren zugange, haben die Pumpen ebenfalls rund um die Uhr laufen lassen. Dadurch entspannte sich bei den v. Zweydorffs die Lage. Weil aber nun die Nachbarn das Abpumpen eingestellt haben, müssen v. Zweydorffs nun wieder ihren Sauger in Gang setzen.

Da sie irgendwann die Nase voll hatten, hatte sich Ehefrau Regina v. Zweydorff Verbündete gesucht. In einem Brief an Ortsbürgermeister Albrecht Schneidewind fordern die Betroffenen kurzfristige Lösungen ein. Die Unterzeichner schreiben, dass jene, die fast 30 Jahre kein Wasser im Keller hatten, nun davon betroffen seien. Ganz egal, ob die Häuser im Tal oder am Berg stehen. "Es ist bekannt, das zwei Quellen (Borntal und Österling) seit Sommer 2010 aktiv sind. Es ist beobachtet worden, dass, wenn die Quellen nicht laufen, die Probleme in den Kellern weniger sind. Es wird vermutet, dass vom Borntal abwärts Richtung B 6 der Graben nicht tief genug ausgebaggert wurde und das Wasser somit nicht ablaufen kann. Logische Folge: Das Wasser geht zusätzlich in den Boden und erhöht den Grundwasserspiegel. Das Gleiche wird an der Quelle bei Österling vermutet,so dass auch hier ein besseres Abfließen des Wassers erreicht werden muss." Diese Missstände sollten, so die Unterzeichner, umgehend abgeändert werden.

Schneidewind hat den Brief Oberbürgermeister Andreas Michelmann übergeben. Der hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich damit befasst, denn vom Grundwasser sind außer Neu Königsaue alle Ortsteile einschließlich der Kernstadt betroffen.

Mitteldeutsche Zeitung VON ELFI SCHURTZMANN, 26.01.11

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