Blacky und Peter ziehen beste Furche - Leistungspflügen in Drohndorfer Flur
In Drohndorf findet das traditionelle Schaupflügen unter den Augen von 400 Zuschauern statt
Am traditionellen Schaupflügen in Drohndorf nahmen zwölf Pferdegespanne, sieben Traktoren und ein Rindergespann teil. (Foto: Marion Pocklitz)
Außerdem hat uns Peter Eichardt ein paar tolle Fotos vom Pflügen zur Vergfügung gestellt. Diese kann man hier einsehen.
DROHNDORF/MZ. "Die pflügen sauber." Günther Dockhorn nickt anerkennend und hat dabei fest die Pferde, Pflug und Akteure im Blick. Er ist, wie viele andere auch, zum traditionellen Schaupflügen im mittleren Wippertal nach Drohndorf gekommen. Hier haben sich beim Organisator, dem Reit- und Fahrverein Mehringen, immerhin zwölf Pferdegespanne, ein Rindergespann und sieben Traktoren angemeldet.
Los geht es erst einmal mit ein paar Proberunden auf dem Acker, den der Landwirtschaftsbetrieb Klaus Kilian zur Verfügung gestellt hat. "Das weiteste Gespann kommt aus Brandenburg", erklärt Organisator Wolfram Kiefer. Viele von den Teilnehmern sind direkt von den offenen Thüringer Meisterschaften im Pflügen, die einen Tag vorher statt- gefunden haben, nach Drohndorf gekommen.
So auch das Rindergespann Lise und Heidi, das von Michael Böttcher geführt wird. "Wir haben einen guten mittleren Platz belegt. Mal sehen, wie es hier klappt", sagt er und bringt seine beiden Kühe zum Pflug. Er ist übrigens der erste Teilnehmer mit einem Rindergespann beim traditionellen Schaupflügen, das in diesem Jahr zum achten Mal ausgetragen wurde.
Auch Michael Lemke vom Gestüt Schloss Friedburg dreht schon seine Runden auf dem Acker mit seinen beiden norwegischen Fjord-Pferden Lissy und Kari. "Es ist die Liebe zu alten Traditionen, die mich hier mitmachen lässt. In diesem Jahr zum fünften Mal. Ich war schon immer fasziniert vom Pflügen. Wir haben 15 Zuchtpferde und da bietet es sich an, diese auch einmal vor einen Pflug zu spannen", sagt er. Und das ist ein Stück aus dem Jahr 1935. Der Anfang sei beim Pflügen das Schwierigste. Nicht nur Pflug, sondern auch die Pferde müssen ja eine gerade Furche ziehen. "Steht man allein und ohne Hilfe hinter dem Pflug, ist das schon recht schwer", sagt er.
Etwa 30 Meter Flurstück gibt es für jeden Teilnehmer zu bearbeiten. Vier Schiedsrichter mit Maßband kontrollieren die Arbeit von Mensch und Tier. Die Furche muss 18 Zentimeter tief sein. "Plus minus zwei Zentimeter", erklärt der Organisator die Regeln.
"Das lässt sich am Pflug einstellen", erklärt Günther Dockhorn. Der 77-Jährige habe schon mit zehn Jahren hinter einem Pflug gestanden. Davor seien nicht nur Pferde, sondern auch Rinder oder Traktoren gewesen, winkt er ab. Zu gern fahre er zu einem Schaupflügen. "Das weckt viele Erinnerungen", findet der Mehringer. Dem muss auch Alfred Willinski zustimmen. Der 72-jährige Sanderslebener habe auch schon im jugendlichen Alter pflügen müssen. "Alte Traditionen leben wieder auf. Heute wird zum großen Teil nur noch gegrubbert. Und manche wissen nicht mal, wo die Milch herkommt", sagt er. Allen Teilnehmern drücken die beiden begeisterten Zuschauer die Daumen. "Die machen hier eine saubere Arbeit. Allerdings ist der Acker auch gut vorbereitet. Müssten sie über Stoppeln pflügen, wäre es schwieriger", ergänzt Günther Dockhorn.
Den Sieg holt schließlich Thomas Klumpe aus Flechtingen (bei Haldensleben) mit seinen Pferden Blacky und Peter. Bei den Traktoren gewann H. Buchmann aus Hoym mit einem Famulus-Traktor. "Ein gutes Stück, das es schon zu DDR-Zeiten gab", so Wolfram Kiefer. Auch das Rindergespann hat sehr gut abgeschnitten. Leider blieb es aus der Wertung heraus. "Insgesamt besuchten 400 Gäste bei bestem Wetter unser Schaupflügen. Darauf bin ich sehr stolz. Allerdings muss man auch sagen, dass die Veranstaltung ohne unsere Sponsoren nicht möglich gewesen wäre", ist der Organisator froh.
Mitteldeutsche Zeitung, von Marion Pocklitz, 21.09.09