Buntes Spektakel für Ritter und Burgfräulein
Was wäre das Mittelalter ohne Ritterkämpfe und ein Ritter ohne Schwert und Schild? (FOTO: FRANK GEHRMANN)
FRECKLEBEN/MZ. Auf der Burg hoch über Freckleben feierte am Mittwoch die Ritterschaft ihre Auferstehung. Jungen als Ritter in ihrer Rüstung, bewaffnet mit Schild und Schwert. Mädchen, verkleidet als Burgfräulein in fantasievollen Kostümen. Es waren die Schüler der Grundschule Mehringen und die Vorschulkinder, die hinter den mittelalterlichen Gemäuern ihr Sommerfest feierten. Und das war in diesem Jahr ein Ritterfest.
"Wir feiern unser Sommerfest immer zu Beginn des Schuljahres. Damit wollen wir unsere neuen Schüler der ersten Klasse in die Schulfamilie aufnehmen", erklärte Schulleiterin Silvia Wollmann. Zur Begrüßung war für die Kinder auf dem Burggelände ein Ritterschmaus und Stockbrotbacken vorbereitet. Da kam gleich Freude auf. Danach ging es dann an die errichteten Stationen, um Punkte für die Urkunde zu sammeln. Da wurde keine Station ausgelassen.
An den Stationen konnten Edelsteine geschürft, Brezeln gestochen, mit Hufeisen geworfen und vehement mit Lanzen gekämpft werden. Und dabei ging es richtig zur Sache. Was ein echter Ritter ist, muss natürlich auch mit Pfeil und Bogen umzugehen wissen. Dabei behilflich waren Holger Wilhelm und Kathrin Dreßler vom Bogensportverein "Bode-Selke-Aue".
Hab' mein Wagen voll geladen, voll mit fröhlichen Kindern, hieß es bei Familie Enkelmann aus Freckleben, die ihre Pferde zu Rundfahrten vor eine Kutsche gespannt hatte. Annemarie Rockmann vom Frecklebener Heimatverein hatte nacheinander die Klassen um sich geschart, um mit ihnen eine Turmbesteigung zu unternehmen. Dabei und beim Besuch des Heimatmuseums erfuhren die Kinder viel Wissenswertes über die Geschichte der Burg und des Ortes. Bevor die Heimreise angetreten wurde, gab es erst noch ein zünftiges Ritterwürstchen mit Salat. Nach dem Ritterschmaus gab's dann noch die Urkunden für die eifrigsten Ritter und Burgfräulein.
Großes Lob gebührt, so Silvia Wollmann, den Mitgliedern des Frecklebener Heimat- und Kulturvereins. "Ohne sie wäre das Sommerfest nicht möglich gewesen", sagte sie. "Auch die Lehrerinnen haben viele Ideen in das Fest eingebracht", fügte sie hinzu. Und selbst der Wettergott hatte ein Einsehen mit der jungen Ritterschaft und schickte Sonnenschein pur auf das Burgareal.
Mitteldeutsche Zeitung VON HAJO MANN, 14.09.11