Ein Abschied mit sehr vielen Tränen
»Villa-Chefin« Christa Pupke geht Freitag, den 06.03.09 in den Ruhestand
Christa Pupke; Foto: Frank Gehrmann
Mehringen/MZ. Dieser Tag wird für Christa Pupke kein leichter werden. Freitag ist ihr letzter Arbeitstag als Leiterin der Kindertagesstätte "Villa Kunterbunt" in Mehringen. Sie geht nach 40 Jahren nun in den wohlverdienten Ruhestand, will die freie Zeit mit ihrem Mann und der Familie genießen.
Die aus Leipzig stammende 59-Jährige hatte, bevor sie die Einrichtung in Mehringen übernahm, auch schon als Leiterin gearbeitet, wusste vorher, was alles dran- hängt, welche Verantwortung auf ihren Schultern lastet. Ihr 40-jähriges Dienstjubiläum feierte sie deshalb im vergangenen Jahr dort, wo sie ihre ersten 20 Arbeitsjahre absolvierte, in Leipzig (die MZ berichtete). Vielen Kindern hat sie in den vergangenen Jahren Wesentliches mit auf den Weg gegeben, hat sie großwerden sehen.
75 Kinder bis sechs Jahre besuchen die im Grünen gelegene Einrichtung. 2003 hat sie ihr Domizil bezogen, erinnert sie sich an den Umzug von der Einrichtung in den Westerbergen in die heutige. Und es hat sich gelohnt, wenn auch sie dem Umzug noch skeptisch gegenüberstand. "Es ist mein Baby", sagt Christa Pupke heute, die sich noch genau daran erinnern kann, wie hektisch es zuging. Es war schon anstrengend, aber auch schön, sagt sie und erzählt weiter: "Wir waren die Ersten, die ein Laternenfest organisierten, das inzwischen schon Tradition erlangt hat. Oder als wir das erste Mal mit den Kindern in der Einrichtung geschlafen haben. Das sind Höhepunkte, die man so schnell nicht vergisst." Vieles haben Frau Pupke und ihr Team erreicht, und das immer zum Wohl der Kinder. Doch das mit dem Schallschutz hat noch nicht geklappt, sagt sie ein wenig traurig. Aber Nachfolgerin Ilona Trimpert wird dies nicht aus den Augen verlieren, ist sie sich sicher.
"Jeder Abschied hat immer eine gute und eine traurige Seite. Die gute ist, dass ich jetzt mehr Zeit für mich und meine Familie haben werde. Die traurige ist, dass mir meine Mitstreiter, vor allem aber die Kinder, fehlen werden", sagt sie mit ein wenig Wehmut. Sie weiß die Einrichtung in guten Händen, die bis unters Dach gefüllt ist, da auch aus den umliegenden Ortsteilen und Aschersleben Kinder die Mehringer Einrichtung besuchen. Und es wird Freitag auch bestimmt nicht ihr letzter Aufenthalt in der "Villa Kunterbunt" gewesen sein.
Mitteldeutsche Zeitung, von Elfi Schurtzmann, 05.03.09