Ein ganzes Klassenzimmer taucht in eine Unterwasserwelt ab

Wassertropfen werden unter dem Mikroskop analysiert. (FOTO: GEHRMANN)
MEHRINGEN/MZ. "Der Klassenraum ist zu einem Wassererlebnis geworden." Klassenlehrerin Sabine Wenig ist total begeistert von dem, was sie sieht. Und auch die Kinder der zweiten Klasse der Grundschule Mehringen haben ihre Freude daran.
Hier die Fossilien, dort die Wassersteine, auf dem Tisch ein riesiges Papieraquarium, in dem viele Fische zu Hause sind, weiter hinten die Experimentierbank mit zwei Mikroskopen und daneben der Tisch, auf dem der Salzgehalt der Meere geprüft wird, an der Seite ein langes Tuch, auf dem das Meer abgebildet ist...
Projekt
"Heute ist für uns der Tag des Forschens und Experimentierens. Sonst haben wir immer vor den Herbstferien ein Herbstprojekttag veranstaltet. Dieses Mal wollten wir etwas anderes ausprobieren und es kommt richtig gut an", freut sich Silvia Wollmann, Leiterin der Grundschule. Das Experimentier-Klassenzimmer ist in eine Traumwasserwelt verwandelt worden und jede Klasse der Schule darf eine Stunde dort unter Anleitung arbeiten. Die Wissenschaftswerkstatt wird vom Iws Integrationswerk aus Glauchau durchgeführt.
"Insgesamt bieten wir über 60 Projekte für Kindergärten, Grundschulen bis zum Gymnasium an. Hier geht es heute nur um das Wasser", erklärt Betreuerin Ingrid Breitenbach. Ein breites Thema. In dem Papier-Aquarium liegen zum Beispiel fast 200 Fische bereit zum Angeln. "Die Kinder müssen dann die Fische bestimmen. Dafür liegen Bilder zum Vergleich bereit. Werden allerdings Fische geangelt, die unter Naturschutz stehen, gibt es Punktabzug", erklärt die Betreuerin weiter. "Das ist nicht einfach", findet die siebenjährige Gina.
Analyse
Ebenfalls nicht einfach findet Josi es, den Wassertropfen unter dem Mikroskop zu analysieren. "Ich weiß nicht, was der kleine Punkt ist", erklärt sie, während sie durch das Mikroskop blickt. "Das sind kleine Tiere", hilft ihr die achtjährige Vivien aus.
Doch egal, ob beim Angeln, beim Basteln der Aquarien, beim Betrachten der Röntgenbilder, auf denen Skelette von Frosch und Fisch zu sehen sind, oder bei der Salzwasserprobe, bei der es herauszufinden gilt, ob im Atlantik, der Nordsee oder der Ostsee das meiste Salz zu finden ist - die Kinder sind bei der Arbeit höchst konzentriert.
"Das hat ja auch Spaß gemacht. Am besten war das Angeln und die Salzwasserprobe", findet Vivien nach der Schulstunde.
"Wir sind immer bemüht, den Unterricht interessant zu gestalten. Ich glaube, das ist heute auf jeden Fall gelungen. Das Projekt wurde übrigens gesponsert vom Mehringer Jagdverein. Ohne dieses Geld hätten wir das Projekt so nicht durchführen können", zeigt sich Silvia Wollmann dankbar.
Mitteldeutsche Zeitung VON MARION POCKLTIZ, 15.10.10