Geheimnisvolles Pfarrhaus

Geheimnisvolles Pfarrhaus

Pfarrhaus Mehringen
Das ehemalige Pfarrhaus in Mehringen steht unter Denkmalschutz. (FOTO: MARION POCKLITZ)

MEHRINGEN/MZ
. "Ich habe vielleicht eine Story für sie", sagte Mehringens Ortsbürgermeister Albrecht Schneidewind am Telefon. Was war passiert? Am Tag des offenen Denkmals war die Heimatstube im ehemaligen Pfarrhaus gut besucht. Besucher aus nah und fern staunten nicht schlecht über die "Schätze", die zusammengetragen und der Öffentlichkeit hier präsentiert werden. Und es gab noch etwas, worüber vor allem Schneidewind staunte: Genau über dem Eingang war etwas Putz abgefallen, was ja bei einem alten Haus so ungewöhnlich nicht ist. Familie Rosi und Gerd Lange, die über viele Jahre im ehemaligen Pfarrhaus gewohnt haben und sich von weitem das Haus ansehen, meinten plötzlich "da steht doch was", erinnert sich Schneidewind. Beim genaueren Hinsehen wurde auch noch bisher verborgenes Fachwerk sichtbar.



Daraufhin verständigte der Ortsbürgermeister Reinhard Fach, Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes und Denkmal-Experte. Der brachte noch Christoph Hänel vom Restauratorenkollegium Blankenburg mit, der die Stadt Aschersleben berät.

Fach meinte beim Vor-Ort-Termin am Mittwoch, dass das in den Zuständigkeitsbereich der Unteren Denkmalschutzbehörde bei der Landkreisverwaltung falle. Er habe auch schon den Verantwortlichen darüber informiert.

Hänel erklärte, dass das Pfarrhaus ein typischer Fachwerkbau sei und mit einer Inschrift versehren worden ist. Das könne ein Bibelspruch sein , aber ebenso könnten sich hier die Erbauer des Hauses verewigt haben. Das wird noch herauszufinden sein. Hier lebten der Pfarrer und seine Familie und die anderen Räume standen der Kirchengemeinde zur Verfügung. Im Vergleich zu anderen Pfarrhäusern sei das Mehringer schon recht groß, findet Hänel, der vorschlug, das Fachwerk und den Holzbalken freizulegen, um dann entscheiden zu können, wie man weiter verfahren wolle. Letztendlich, so empfiehlt der Experte aus Blankenburg, mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln , den Ursprung wieder herzustellen.

Ein Gesamtkonzept sei die Voraussetzung jedes weiteren Handelns, so Hänel, und Fach pflichtet ihm bei. "Wir brauchen eine Zustandsanalyse, um kostengünstig sanieren zu können, um der weiteren Verwitterung entgegenzuwirken", sagt Fach. Auch Ortsbürgermeister Albrecht Schneidewind sieht das so. Im Gebietsänderungsvertrag hatte sich die Stadt verpflichtet, dass Pfarrhaus als eines der ältesten und maßgeblich ortsbildprägenden Gebäude herzurichten. Schneidewind geht davon aus, dass die Stadt zu ihren Wort steht.

Mitteldeutsche Zeitung VON ELFI SCHURTZMANN, 19.09.12

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