Grundschüler ziehen wieder ein

Grundschüler ziehen wieder ein

Grundschüler aus Mehringen
Die Grundschüler hatten ein kleines Programm einstudiert.  (BILD: uwe kraus)

Die Mehringer Grundschüler sind mit dem neuen Schuljahr in ihr angestammtes Domizil zurückgekehrt und feierten das am Freitag. Nachdem vor dreieinhalb Jahren Wasser in die Schule gesickert war, musste sie kurzfristig geschlossen werden.
Mehringen. 

„Erst kam das Wasser, dann Stark III und nun der Staatssekretär, könnte man kurz sagen“, beginnt Jörg Felgner, Staatssekretär im Magdeburger Finanzministerium, launig sein Grußwort zur Rückkehr der Mehringer Grundschüler an ihren heimatlichen Lernort.

Nachdem vor dreieinhalb Jahren Wasser in die Schule gesickert war, musste sie kurzfristig geschlossen werden. Die Angst ging um, dass damit über 300 Jahre Schulgeschichte in Mehringen ihren Abschluss finden. Heute ist Ascherslebens Oberbürgermeister Andreas Michelmann stolz, dass ein kreativer Weg gefunden wurde, die Schule zu erhalten. Er ist sich sicher, „auch wenn noch einige Arbeiten am Gebäude in der Alten Bahnhofstraße 8 zu verrichten sind, den Rest puzzeln wir auch noch zusammen.“ Immerhin seien bei den Sanierungsarbeiten, die erst im Mai begonnen hatten, auch zwei heimische Firmen zum Zuge gekommen.

Sichtlich emotional bewegt begrüßte Schulleiterin Silvia Wollmann ihre Gäste mit einem Spruch von Monika Minder, nachdem Glücksgefühle dort entstehen, wo etwas Sinnvolles geschaffen wurde. „Besser als hier kann das Geld nicht angelegt werden“, meint sie. Während im von Anna Amtmann und Corina Frölich einstudierten Programm die Schüler selbstbewusst verkünden: „Wir sind der Stoff, aus dem die Zukunft ist...“

Sie alle hatten lange Zeit „Asyl“ in der Adam-Olearius-Schule gefunden. Amy und Emely aus der vierten Klasse haben fast ihre gesamte Grundschulzeit außerhalb, im Bildungszentrum Bestehornpark verbracht. „Mit dem Bus war das schon ein Stück Fahrt“, erzählen sie. Anna und Laurine, die nun das zweite Jahr zur Schule gehen, freuen sich auf den Unterricht im sanierten Gebäude, an dessen Front nun das neue Schulschild leuchtet, das die Viertklässler Justin Ziegler und Lucas Kannenberg feierlich enthüllten. Singend und musizierend berichteten die Grundschüler über ihr Leben, was Nachwuchs-Redakteur Benny Scheie für die Nachwelt witzig festhält. Er wollte von seinen Altersgefährten wissen, wie es sich zwischen Maurerfass und Styropor gelernt habe.

Schulleiterin Silvia Wollmann dankt allen, die mitgetan haben, um den Grundschulstandort Mehringen zu erhalten. Es sei ja heute nicht mehr selbstverständlich, dass die Politik zu ihrem Wort stehe. Staatssekretär Jörg Felgner lobt die positive Herangehensweise der Schulleiterin und ihres Teams. „Hier erlebe ich wieder den Ascherslebener Geist, der eine Bildungsstadt ausmacht.“ Oberbürgermeister Andreas Michelmann freut es, dass im Ortsteil Mehringen Kindertagesstätte, Grundschule und Hort so gut zusammenarbeiten. Schön fände er, wenn auch die Kinder aus Klein und Groß Schierstedt hier unterrichtet werden könnten. In dem 1970 eingeweihten Gebäude lernen Schüler aus Mehringen, Drohndorf, Freckleben, Schackstedt und Schackenthal.

Ascherlebens Amtsleiter für Bildung und Sport, Steffen Schütze, sieht mit den nun abgeschlossenen Arbeiten das erste große Etappenziel erreicht. Ziel sei es, dass die Schüler zum Beginn des Schuljahres 2015/16 wieder in ihren angestammten Räumen unterrichtet werden können. (mz)

Mitteldeutsche Zeitung vom 21.09.2014 von Uwe Kraus

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