Grundschule in Mehringen - Option Dorfschule?

Grundschule in Mehringen - Option Dorfschule?

Eltern und Lehrer haben sich am Wochenende zum Arbeitseinsatz auf dem Schulhof in Mehringen getroffen und diesen auf Vordermann gebracht. Es war bereits der zweite Arbeitseinsatz. Noch werden die Mehringer Schüler in Aschersleben unterrichtet, aber der Stadtrat hat sich per Beschluss zum Schulstandort bekannt.  (BILD: Susanne Thon)
Grundschule Mehringen
Eltern und Lehrer brachten am Wochenende den Mehringer Schulhof auf Vordermann. Es war bereits der zweite Arbeitseinsatz. Ortsbürgermeister Albrecht Schneidewind und Rat suchen das Gespräch mit den Groß Schierstedtern.



Mehringen/MZ.

Ein halbes Jahr hat die erste Klasse von Erdmute Henneberg den Radieschen beim Wachsen zugeguckt und Unkraut gezupft. Im Schulgarten in Mehringen. Inzwischen besuchen die Mädchen und Jungen die dritte Klasse. Der Unterricht findet noch immer in Aschersleben statt. „Der Schulgarten fehlt uns“, sagt die Lehrerin, die gerade mit Hacke und Harke auf dem verkrauteten Schulhof zugange ist. Auf Initiative der Eltern wird er bereits zum zweiten Mal auf Vordermann gebracht. „Und vor der Einschulung wollen wir noch mal ran“, kündigt Ralf Meyer, der VorsitzeStadtrat zum Schulstandort bekannt hat, können er und seine Mitstreiter jetzt erst recht nicht.

Im März beschlossen die Stadträte mit überwältigender Mehrheit, in die Mehringer Grundschule zu investieren. Trotz sinkender Schülerzahlen. Für die Schulfamilie - ein Begriff, den Schulleiterin Silvia Wollmann geprägt hat - hatte die bohrende Ungewissheit, wie es mit der Einrichtung weitergeht, damit ein Ende. Favorisiert wird derzeit eine gemeinsame Nutzung des Gebäudekomplexes mit der im selben Haus untergebrachten Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“. Bisher ungenutzte Räume sollen demnach so ausgebaut werden, dass sie von Kita und Schule genutzt werden können, und die Klassenräume im alten Schultrakt will man wieder herrichten. Kostenpunkt: 1,25 Millionen, von denen die Stadt 865 000 Euro aufbringen muss.

Doch die Sanierung ist das eine, den Schulstandort langfristig zu sichern - Stichwort: Mindestschülerzahlen - bereits jetzt erklärtes Ziel von Ortsbürgermeister Albrecht Schneidewind und Holger Herrmann, Mitglied in Stadt- und Ortschaftsrat. Beide suchten deshalb erst vor wenigen Tagen das Gespräch mit den Räten Groß Schierstedts. Die Mehringer Schule, die gegenwärtig auch von Kindern aus Freckleben und Drohndorf besucht wird, hat die vom Land geforderten 60 Schüler und steht somit nicht auf der Kippe. Doch ab 2018 soll die Untergrenze bei 80 Schülern liegen. Welche Schulen geschlossen werden, obliegt den Schulträgern.

Derzeit arbeitet die Stadt am Schulentwicklungskonzept. Im zweiten Halbjahr soll es vorliegen. „Der Stadtratsbeschluss stimmt optimistisch“, sagt Herrmann, der glaubt, dass eine Dorfschule mit familiärem Charakter und kultureller Profilierung auch eine gute Alternative für die Groß Schierstedter Kinder wäre. Von denen drückt ein Großteil in Giersleben die Schulbank. „Da wir eine Stadt sind und die Stadt das Angebot erhält, wollen wir das auch publik machen“, erklärt er. Nicht zuletzt, um den Bedarf abzuklopfen. Denn „erst wenn wir den kennen, können wir auch Lösungen anstreben“. Zum Beispiel in Bezug auf den Schülertransport. „Wir wollen natürlich, dass so viele Kinder aus den Ortsteilen wie möglich zu uns kommen“, räumt er ein, „denn dann hat die Schule auch eine gute Zukunft.“

Mitteldeutsche Zeitung vom 26.05.2013 von Susanne Thon

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