Happyend für die Grundschule in Mehringen?

Anfang des Jahres 2011 offenbarte sich der desolate Zustand des Grundschulgebäudes in Mehringen. (ARCHIVFOTO: FRANK GEHRMANN)
ASCHERSLEBEN/MZ. Sollte es tatsächlich ein Happyend für die Grundschule im Ascherslebener Ortsteil Mehringen geben? Gegenwärtig deutet einiges darauf hin und es kommt Bewegung in die Sache. Zumindest finanziell scheint sich eine Lösung anzubahnen.
Der Ascherslebener Oberbürgermeister Andreas Michelmann geht davon aus, dass aus dem sogenannten Stark III-Programm der Landesregierung rund 600 000 Euro für einen Ersatzbau der Mehringer Kindertagesstätte fließen werden - auch wenn der Bewilligungsbescheid dafür zwar avisiert aber noch nicht bei der Stadtverwaltung angekommen ist. "Den Bescheid erwarten wir erst im Oktober", erklärte am Donnerstag die Pressesprecherin der Stadt, Anke Marks. Die Stadt müsste dann weitere 30 Prozent als Eigenanteil - rund 300 000 Euro - zusteuern. Um diesen aufzubringen, bestehe - allerdings ohne Garantie - die Möglichkeit, von der Investitionsbank des Landes einen zinslosen Kredit zu erhalten.
Mit der Gesamtsumme von rund 900 000 Euro soll ein neues Gebäude für die Kindertagesstätte entstehen. Und das an der Stelle, wo derzeit noch die Sporthalle steht, die dann zum Abriss freigegeben werde, so Michelmann. In das freiwerdende Kita-Gebäude - inklusive des leerstehenden Jugendklubs - könnte schließlich die Grundschule einziehen. "Damit könnte die Stadt die Grundschule in Mehringen weiterbetreiben", so Michelmann. Als Termin für den Baustart wird das kommende Jahr gehandelt.
Seit gut anderthalb Jahren werden die Mehringer Grundschüler wegen des baulich desolaten Zustandes ihres angestammten Schulgebäudes unter anderem im "Ausweichquartier" im Ascherslebener Bestehornpark unterrichtet. "Die Sehnsucht, irgendwann nach Mehringen zurückzukehren, hat uns nie verlassen", sagt Schulleiterin Silvia Wollmann. Und genau deshalb freue sie sich darüber, dass es jetzt zumindest ein Licht am Ende des Tunnels gäbe. Allerdings sei sie von den Ereignissen erst einmal überrascht und müsse sich demnächst über die Details genauer informieren. Die Grundstimmung sei erst einmal große Freude, schließlich sehe das Bildungskonzept der Mehringer Grundschule vor, sich vorrangig im eigenen Einzugsgebiet zu präsentieren.
Aber nicht bei allen Beteiligten bricht gleich der ganz großen Jubel aus. So steht die Leiterin der Mehringer Kindertagesstätte "Villa Kunterbunt", Ilona Trümpert, der Entwicklung zunächst noch einigermaßen skeptisch gegenüber. "Ich freue mich noch nicht so richtig", sagte sie am Donnerstag. Auch vor dem Hintergrund , dass sich erst in den vergangenen Tagen viele Eltern der Kita-Kinder mächtig ins Zeug gelegt haben, um die Räume der Einrichtung zu renovieren. Ansonsten habe man in den jetzigen Räumlichkeiten nämlich sehr gute Bedingungen für die Betreuung der Kinder. Außerdem kann sich die Kita-Chefin noch nicht so richtig vorstellen, dass die Summe von nicht einmal einer Millionen Euro für das vom Oberbürgermeister anvisierte Gesamtprojekt ausreiche.
Und dann ist da noch ein anderer potenzieller Stolperstein, der das gesamte Projekt ins Wanken geraten lassen könnte. Das Land Sachsen-Anhalt erwägt die Ausweisung sogenannter Hochwasser-Vorranggebiete. Sollte das Gelände der Mehringer Kita erst einmal einbezogen sein, dürfte eine Neubebauung schwierig werden. Offen ist allerdings, ob die Ausweisung schon im kommenden Jahr oder vielleicht erst in vier Jahren erfolgt.
Mitteldeutsche Zeitung VON HARALD VOPEL, 13.09.12