Hoffnung für Grundschule
Die Notsicherung des Grundschuldaches ist noch nicht ganz abgeschlossen. Deshalb ist das Gebäude eingerüstet. (FOTO: FRANK GEHRMANN)
In Sachen Grundschule Mehringen ist die Stadt Aschersleben einen kleinen Schritt vorangekommen. In dieser Woche hatte die Verwaltung ein Schreiben in der Post, auf das sie schon lange gewartet hatte: die Zusage, dass der Neubau einer Kindertagesstätte förderwürdig ist.
Dafür musste die Stadt nach den Worten von Heiko Kersten, stellvertretender Amtsleiter für Bildung und Sport, zum Beispiel nachweisen, dass die neue Einrichtung über viele Jahre zu 75 Prozent ausgelastet ist. Bis zum 31. März hat die Stadt nun Zeit, einen genehmigungsreifen Fördermittelantrag beim Land vorzulegen.
Am Bau einer neuen "Villa Kunterbunt" hängt das Wohl und Wehe auch der Grundschule. Beide Einrichtungen waren bisher in dem Plattenbau am Ortsrand untergebracht. Die Schüler und Lehrer können ihren Teil des Gebäudes wegen gravierender baulicher Mängel nicht mehr nutzen und gehen deshalb seit zwei Jahren im Ascherslebener Bestehornpark zur Schule.
Keine schlechte, aber auch keine dauerhafte Lösung, denn die Platzprobleme zwingen zum Improvisieren. "Ich werde bis zur letzten Patrone um die Grundschule kämpfen. Das habe ich dem Land auch gesagt", so Oberbürgermeister Andreas Michelmann in einem Pressegespräch. Er fühlt sich an seine Zusage im Zusammenhang mit den Eingemeindungsverhandlungen gegenüber Mehringen gebunden. Der Erhalt des Schulstandortes ist Teil des Vertrages. Aber: Ein Schulbau in Mehringen ist wegen zu geringer Schülerzahlen nicht förderfähig. Das Land fordert mindestens 100 Kinder, wenn in Schulgebäude investiert werden soll. In die Mehringer Schule gehen derzeit aber nur 68 Jungen und Mädchen.
Wird die Kindertagesstätte gebaut, könnten die jetzt als Kita genutzten Räume mit relativ geringem Aufwand saniert und die Schule in dem Ortsteil auf diese Weise erhalten werden.
Das ist der Plan. Dieser könnte jedoch ins Wanken geraten, wenn der Haushalt auch in der zweiten Runde von der Kommunalaufsicht nicht genehmigt wird. Denn gefördert werden nur 70 Prozent der Bausumme, den Rest muss die Stadt als Eigenanteil aufbringen. Ohne genehmigten Haushalt ein Unding, weil nur unabweisbare Ausgaben getätigt werden dürfen. Michelmann ist klar, dass es ohne komplett neuen Haushaltsplan nicht gehen wird.
Entstehen soll die neue Kita in unmittelbarer Nachbarschaft für 85 Kinder. Bis zum 31. Dezember 2014 muss das Gebäude, so es gebaut wird, stehen.
Mitteldeutsche Zeitung vom 08.02.2013 19:27 Uhr