Mehringer Jugendliche bekommen neuen Treffpunkt

Mehringer Jugendliche bekommen neuen Treffpunkt

jugendclub MehringenDie Räume werden am Freitag eingerichtet.   (BILD: frank Gehrmann)

Die Mehringer Jugendlichen können in der kommenden Woche wieder einen Jugendklub in ihrem Ort besuchen. Vor vier Wochen hatten sie mit einer Plakataktion für eine neue Begegnungsstätte demonstriert, nachdem der alte Klub geschlossen werden musste.


Etwa vier Wochen ist es her, dass Lucas Fischer, Pierre Mattern und seine Kumpels mit Plakat und bedruckten T-Shirts auf ihr Problem aufmerksam gemacht hatten: Es fehlt ein Jugendclub in Mehringen (die MZ berichtete).

Jetzt sind die Jugendlichen ihrem Ziel, sich irgendwo regelmäßig treffen zu können, ein großes Stück näher gekommen. Voraussichtlich können die Jugendlichen ab Ende nächster Woche eine schon längere Zeit leer stehende Wohnung auf dem ehemaligen Schulgelände nutzen. Stadtjugendpfleger Uwe Rothe ist froh, diese Lösung gefunden zu haben. „Wir haben uns mehrmals mit den Jugendlichen getroffen und haben den Eindruck, dass sie mit diesem Domizil recht zufrieden sind“, sagte er am Donnerstag. Sie haben am Dienstag bereits eine Reinigungsaktion gestartet und werden am Freitag einräumen können. In der kommenden Woche wird es noch eine Begehung geben, um die Sicherheit der Räume in Sachen Brandschutz und Elektrik zu überprüfen. Der künftige Jugendtreff ist 63 Quadratmeter groß und beherbergt zwei Clubräume, Bad, Toilette und Küche. Zwar sind die Räume recht abgewohnt und müssen dringend tapeziert werden, aber das sollen die Jugendlichen später weitgehend in Eigenregie erledigen. Elternkurator Ralf Meyer, der die Protestaktion der jungen Leute vor vier Wochen unterstützt hatte, findet das gut: „Wenn man selbst die Wand weiß gemacht hat, dann will man sie auch weiß halten“, sagt er. Grundsätzlich sei er zufrieden mit der jetzt gefundenen Lösung, sagte er am Donnerstag am Telefon. Nicht so gut findet er, dass die Stadt den Vorstellungen der Jungs, den Treff selbst zu verwalten, nicht entgegen- kommt. Dies sei für die Jugendlichen doch etwas enttäuschend. Doch dazu hat der Stadtjugendpfleger eine klare Meinung. Da die Jungs nicht volljährig sind, „kann ich da niemandem einfach den Schlüssel geben“, sagt er. Für die erste Zeit, bis eine feste Stelle zur Betreuung genehmigt ist, will die Stadt die „Aufsicht“ über den Bundesfreiwilligendienst bzw. die Landjugendpflegerin absichern. Eine feste Stelle dafür wird es wohl erst im Sommer geben.

Zu den Gegenständen, die Lucas und seine Freunde am Freitag in ihren Klub räumen können, gehören eine Tischtennisplatte, Darts, ein Billardtisch und ein Fußballkicker - gute Voraussetzungen also, am Nachmittag nicht nur rumzuhängen. Die Spiele stammen aus dem alten Jugendklub, der zeitgleich mit der Schule wegen eines Wasserschadens geschlossen werden musste. Dass sich der neue Treff in unmittelbarer Nähe des alten, neben der Bibliothek und auch noch mit Spiel- und Sportplatz „direkt vor der Nase befindet“, hält Rothe für ideal. „Und auch wenn es mal ein bisschen lauter wird, dürfte das eigentlich kein Problem sein an diesem Standort“, sagte er.


Mitteldeutsche Zeitung vom 21.02.2013 17:16 Uhr

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