Mehringer kämpfen

Mehringer kämpfen

Erinnerung an ein Wahlversprechen
Erinnerung an ein Wahlversprechen. (FOTO: FRANK GEHRNMANN)

ASCHERSLEBEN/MZ. Was kann noch unternommen werden, um die Grundschule Mehringen im Ortsteil zu erhalten? Diese Frage stellte am Mittwochabend Elternvertreter Ralf Meier den Mitgliedern des Ascherslebener Stadtrates im Rahmen der Bürgerfragestunde. Auf den bei anderen Stadtratssitzungen eher dürftig besetzten Gästeplätzen hatten sich diesmal viele Mehringer eingefunden, die es nicht berauschend finden, dass die Grundschüler des Ortsteils inzwischen seit zwei Jahren nach Aschersleben fahren müssen und dass die Sanierung ihres Schulgebäudes keine Chance hat, im Rahmen des vom Land aufgelegten Stark III-Programms gefördert zu werden und so in absehbarer Zeit weiterhin nicht genutzt werden kann.



Die Vorwürfe der Mehringer richten sich ausdrücklich nicht gegen die Stadt Aschersleben, sondern sind an das Land Sachsen-Anhalt adressiert. So hatten sie ein Plakat aus jüngsten Landtags-Wahlkampfzeiten mitgebracht, auf dem die SPD versprach, keine Schule zu streichen , sondern alle zu sanieren. Besonders wütend macht die Mehringer die Tatsache, dass sich Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn selbst ein Bild vom desaströsen baulichen Zustand des Schulgebäudes gemacht und Hilfe versprochen hatte. Passiert ist seitdem nichts. Oberbürgermeister Andreas Michelmann ermutigte die Mehringer, weiterzukämpfen. Er selbst werde sich allerdings nicht so weit aus dem Fenster lehnen und einen Termin nennen, an dem das Schulgebäude wieder bezogen werden könne. Michelmann versprach aber, den Finanzminister persönlich an dessen Versprechen zu erinnern.

Bereits am Dienstagabend schlug die Tatsache, dass die Sanierung der Grundschule vom Tisch ist, hohe Wellen. Sehr emotional schilderte Ortsbürgermeister Albrecht Schneidewind den aktuellen Stand. Er forderte im Namen der Räte, dass zumindest eine Minimalvariante in Betracht gezogen wird, um die Schule zu sanieren. Die kostet allerdings auch etwa 1,3 bis 1,5 Millionen Euro. Geld, das die Stadt nicht habe. Aufgeben aber kommt für die Mehringer nicht in Frage.

Brisant sei auch die Tatsache, dass die Stadt das Grundstück gekauft hat, um dort später überhaupt investieren zu können. Rund 90 000 Euro, davon hat Mehringen aus der Rücklage 75 000 Euro beigesteuert, mussten dafür auf den Tisch gelegt werden. Um zu retten was zu retten ist, hat Schneidewind um einen Gesprächstermin bei Michelmann gebeten. Die Antwort stehe noch aus. Es sei wichtig, die Schule wieder zu beleben, denn sonst verschwinde sie eines Tages ganz von der Bildfläche, sind sich die Ratsmitglieder sicher, die auch Jens Bullerjahn an sein Versprechen erinnern wollen.

Mitteldeutsche Zeitung VON ELFI SCHURTZMANN UND HARALD VOPEL, 18.05.12

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