Minister plädiert für den Abriss

Minister plädiert für den Abriss

Grundschule MehringenSeit Schuljahresbeginn kann die Mehringer Schule nicht mehr genutzt werden. Jetzt gilt es zu beschließen: Sanierung oder Neubau. (FOTO: GEHRMANN)

MEHRINGEN/MZ. "Über die Zukunft der Grundschule Mehringen muss dringend im Stadtrat diskutiert werden. Wir werden versuchen, dass das Thema in der nächsten Sitzung am 19. Mai in die Tagesordnung aufgenommen wird." Albrecht Schneidewind, Mehringens Ortsbürgermeister fasst in wenigen Worten zusammen, was die Ortschaftsräte auf ihrer jüngsten Sitzung nach längerer Diskussion beschlossen haben. Keine Zeit wollen die Kommunalpolitiker mehr verlieren und darüber diskutieren lassen, was aus ihrer Grundschule wird: Notsicherung, Teilsanierung, Komplettsanierung oder gar ein Neubau in der Wippergemeinde stehen als mögliche Varianten zur Auswahl. "Es muss langsam etwas passieren", findet der Ortsbürgermeister. Und Ortschaftsratsmitglied und Stadtrat Holger Herrmann erklärt, dass er den nötigen Antrag stellen wird.

 

Bereits zum Anfang des zweiten Schulhalbjahres musste die Schule wegen schwerer Winterschäden am Dach und an den Elektroanlagen geschlossen und die 72 Grundschüler zunächst in der Grundschule Pfeilergraben, und dann im Bestehornpark untergebracht werden. An diesem Standort werden die Schüler wohl noch eine Weile verharren müssen, entweder bis die Sanierungs- oder die Baumaßnahmen abgeschlossen sind. "Ein erneuter Umzug der Schüler ist nicht vorgesehen", beruhigt der Ortsbürgermeister den Schulelternrat. "Die Schule wurde nicht allein wegen der Vernässungen geschlossen, sondern auch weil die Sicherheit nicht mehr gewährleistet war. Das Gebäude ist 40 Jahre alt und seitdem wurde auch nichts mehr an den Elektroanlagen gemacht", erklärt Heidrun Wagner, Leiterin des Ascherslebener Tiefbauamtes. Durch den Frost-Tau-Wechsel im vergangenen Winter habe das Dach einen enormen Schaden genommen. Das Wasser konnte durch die gefrorenen Dachrinnen nicht mehr ablaufen.

 

So gab es in den vergangenen Wochen mehrere Besichtigungen der Schule durch die Mitarbeiter der Stadt Aschersleben, eine aufwendige Schadensanalyse durch ein Ingenieurbüros wurde durchgeführt und auch eine Schulbesichtigung von Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn haben dazu geführt, dass die vier Varianten ins Gespräch kamen. "Der Minister tendiert nach der gründlichen Besichtigung für einen Schulneubau und hat sich dabei auf das Förderprogramm für die Sanierung von Schulen, die auch einen Ersatzneubau vorsieht, berufen", erzählt Albrecht Schneidewind. Als sehr ungünstig habe der Minister die Grundrisse der Grundschule gehalten, die für die weitere Unterhaltung doch sehr entscheidend seien. Die langen Flure, die Ölheizungsanlage, sowie die schlechte Wärmedämmung waren ebenfalls einige der Gründe, warum sich Bullerjahn für die vierte Variante ausgesprochen habe. Hinzu komme noch, dass die Mehringer Grundschule auf einen Grundstück stehe, dass nicht der Stadt, sondern einer Erbengemeinschaft gehöre. "Die Stadt versucht seit Jahren diese Erbengemeinschaft zum Verkauf zu bewegen. Doch alle Verhandlungen sind bisher fehlgeschlagen", sagt Heidrun Wagner. Jetzt müsse genau abgewogen werden, für welche Möglichkeit sich entschieden wird. "200 000 Euro wurden im Haushalt für die Sanierung der Grundschule eingestellt. Wir sollten ein Teil des Geldes dafür nutzen, um den Ersatzbau planen. Fest steht aber, dass das Dach der Kindertagesstätte in diesem Jahr auf jeden Fall saniert wird", so Ortsbürgermeister Albrecht Schneidewind.

Mitteldeutsche Zeitung VON MARION POCKLITZ, 30.03.11

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