Nicht ohne die Flutbrücke

Nicht ohne die Flutbrücke

Mehringer Bürger
Die Brücke wurde in Privatinitiative saniert.   (BILD: frank gehrmann)

Die Einwohner wehren sich gegen den Abriss, indem sie das Bauwerk reparieren lassen. Das Bauwerk muss jetzt nur noch abgenommen werden.

Mehringen/MZ.

Die noch bis vor kurzem marode Brücke an der Kreisstraße in Mehringen erstrahlt in neuem Glanz. In nur vier Wochen wurde das Bauwerk aufwendig repariert, aufgearbeitet und mit einem neuen Geländer versehen. Am Donnerstag konnte es wieder aufgebaut werden.



Doch nicht etwa die Stadtverwaltung hatte da ihre Finger im Spiel, die Mehringer waren es, die die Zügel in die Hand nahmen und sich für den Erhalt der Brücke stark- machten. Vehement hatten sie sich gegen den geplanten Abriss ausgesprochen und behauptet, dass die Brücke nur reparaturbedürftig sei. Sogar Unterschriften wurden gesammelt. Denn das in die Jahre gekommene Bauwerk erfüllt längst nicht nur bei Hochwasser einen wichtigen Zweck: Auch bei starken Regengüssen sorgt es dafür, dass die Füße trocken bleiben und Sicherheit vor dem Verkehr auf der Bundesstraße bietet es. Der Abriss hätte bedeutet, unmittelbar vor der Kurve die Straßenseite zu wechseln. „Die Brücke darf nicht weg“, sagte Ulrich Fügner, „man kommt sonst nicht durch.“ Um genau das zu verhindern, holten sich er und seine Mitstreiter Unterstützung ins Boot. Die kam daher in Gestalt der Geschäftsführer von Rulmeca und Anlagenbau Sandersleben. „Jetzt muss die Brücke nur noch abgenommen werden“, so der Mehringer. Und ein Schild solle auch noch angebracht werden.

Im Stadtgebiet befinden sich 17 Brücken in einem desolaten Zustand. Eine davon war die über den Flutgraben in Mehringen erbaute. Sie wurde vor bald einem halben Jahrhundert - 1968 - errichtet, „nach Feierabend“, wie in der Brückenkonstruktion eingraviert ist.

Mitteldeutsche Zeitung von Susanne Thon, 23.08.2013 20:12 Uhr

Zurück zur Übersicht