OB: Ja zum Standort Mehringen

OB: Ja zum Standort Mehringen

Mehringer Grundschüler

 

Die Jungen und Mädchen der Grundschule Mehringen werden derzeit im Bestehornpark in Aschersleben unterrichtet. (FOTO: ARCHIV/FRANK GEHRMANN)

ASCHERSLEBEN/MEHRINGEN/MZ. Ascherslebens Oberbürgermeister Andreas Michelmann sprach sich öffentlich noch einmal ganz deutlich für den Erhalt des Schulstandortes in Mehringen aus. In den vergangenen Wochen waren immer wieder Gerüchte laut geworden und es machte sich in Mehringen die Angst breit, dass die Stadt die Schule dichtmachen wolle. "Davon kann keine Rede sein", so Michelmann. Offen sei allerdings noch die Entscheidung darüber, ob saniert oder eventuell auch neu gebaut werden würde. Das hänge von vielen Faktoren ab, aber man müsse alle Varianten im Auge behalten und "es muss doch auch erlaubt sein, über eine Schließung nachdenken zu dürfen", sagt Michelmann. Für seine offenen und aufklärenden Worte erntete der OB vonseiten des Schulelternrates am Ende dann anerkennende Worte. Ralf Meyer, 2. Vorsitzender des Schulelternrates, war es wichtig, diesen Gerüchten gegenzusteuern.

Allerdings betonte Meyer immer wieder, dass es in der Vergangenheit einfach an der notwendigen Kommunikation zwischen Verwaltung und Elternvertretern gefehlt habe und so der Nährboden für Gerüchte noch zusätzlich geschürt wurde. "Deshalb wollten wir unseren Volksvertretern heute unsere Sorgen und Ängste mitteilen und über Lösungen diskutieren. Was steht im Gutachten, was wir nicht wissen dürfen?", fragt Meyer.

Hintergrund war die Schneeschmelze, die der Schule so zugesetzt hatte, dass sie geschlossen werden musste und die Kinder nun nach Aschersleben in den Bestehornpark zur Schule fahren. In dem Gutachten, das die Stadt Anfang des Jahres in Auftrag gegeben hatte, steht nichts Schlimmes. Die Sanierung würde teurer - 400 000 Euro - als geplant und die Stadt hat das Geld nicht. Im Haushalt sind nur 200 000 Euro für 2011 eingeplant. Hinzu komme erschwerend, dass das Grundstück, auf dem die Schule steht, der Stadt nicht gehört, erklärt Michelmann. Deshalb könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Aussage getroffen werden, wie die Stadt weiter vorgehen werde. Sanierung oder Ersatzneubau? Letzteres wäre eine Option, denn in unmittelbarer Nachbarschaft gebe es ein Grundstück, das der Stadt gehört. Michelmann wolle deshalb alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Fördertöpfe in Magdeburg anzuzapfen. Dann wäre ein Ersatzneubau die bessere Variante, meint der OB und verweist darauf, dass die Sanierung seiner Auffassung nach ein Fass ohne Boden sei. "Ich weiß aber auch, was die Schule für Mehrigen bedeutet. Ist sie erst einmal weg, gibt es kein Zurück mehr", ist sich der OB im Klaren darüber, dass eine Lösung her muss. Und käme der Ersatzneubau in Frage, müsse über Zwischenlösungen nachgedacht werden. Denn so ein Projekt lasse sich nicht in einem Jahr abwickeln, gibt er zu bedenken. Das letzte Wort hat der Stadtrat, der die Weichen in die eine oder die andere Richtung stellen müsse, ergänzt Stadtrat Holger Herrmann.

Ortsbürgermeister Albrecht Schneidewind sprach davon, dass die Mehringer davon ausgegangen seien, die Schule könne Stück für Stück saniert werden. Auch für andere Varianten sei man offen. Aber viel wichtiger war für ihn die Aussage, dass die Stadt keinen Zweifel aufkommen lasse, dass der Standort erhalten bleibt. "Sind die Eltern erst einmal verunsichert, melden sie ihre Kinder gar nicht erst in Mehringen an. Deshalb müssen wir in den Ortsteilen für unsere Grundschule werben. Hier sind unter einem Dach Kindertagesstätte, Hort, Schule und Jugendklub vereint", so Schneidewind

Mitteldeutsche Zeitung VON ELFI SCHURTZMANN, 23.02.11

 

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