Personalsorgen bei Einsätzen
Mehringer Feuerwehrleute lassen sich regelmäßig weiterbilden - Finanznot zwingt zu unkonventionellem Handeln
Horst Wilke (r.) wird von Axel Trimpert geehrt.(FOTO: HAJO MANN)
MEHRINGEN/MZ. Im vergangenen Jahr ist die Mehringer Ortsfeuerwehr sieben Mal zu Einsätzen alarmiert worden. "Gleich am 2. Januar mussten wir eine Person aus einer Notlage retten", erklärte Wehrleiter Axel Trimpert. Hinzu kamen zwei Flächenbrände, einer davon in Freckleben, zwei Einsätze bei Verkehrsunfällen und die Beseitigung von Flüssigkeit bei einem Lkw, der sich den Tank aufgerissen hatte. Fakten, die jetzt bei der Jahreshauptversammlung noch einmal zusammengetragen wurden. Wie im Rechenschaftsbericht erklärt, zählt die Mehringer Wehr 91 Mitglieder. 24 Kameraden, darunter sechs Frauen, sind aktive Einsatzkräfte, 14 Kameraden gehören zur Reserveabteilung, sieben Mitglieder, darunter vier Mädchen, sind noch im jugendlichen Alter, 18 Kameraden gehören zur Altersabteilung und 28 sind fördernde Mitglieder. "Ein Problem ist es, an Werktagen von sechs bis 18 Uhr die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Viele Kameraden arbeiten auswärts", erklärte Trimpert.
Großer Wert wird in der Mehringer Feuerwehr auf die Qualifizierung gelegt. An der Brand- und Katastrophenschutzschule in Heyrothsberge absolvierten zwei Kameraden den Lehrgang vorbeugender Brandschutz. Ein Kamerad qualifizierte sich zum Leiter einer Feuerwehr. Im Feuerwehr-Technischen-Zentrum in Staßfurt ließen sich zwei Kameraden als Sprechfunker, drei Kameraden in Technischer Hilfeleistung und drei Kameraden als Atemschutzgeräteträger ausbilden. Lobend erwähnte der Wehrleiter die gute Zusammenarbeit der Ausbildung mit der Gierslebener Feuerwehr. "Auch wenn unsere Regierung sich für Güsten entschieden hat, an unserer Zusammenarbeit wird sich nichts ändern", ließ der Gierslebener Feuerwehrchef, Steffen Hoffmann, wissen.
Gleich zu Beginn seines Rechenschaftsberichtes richtete der Wehrleiter ein großes Dankeschön an die Stadt Aschersleben für das neue Einsatzfahrzeug. "Sorgen bereitet uns, dass wegen fehlender Mittel keine Reparaturen am Depot ausgeführt werden können, die der Sicherheit dienen", so Trimpert.
Sollte das Gerätehaus einen neuen Putz erhalten, müssen erst die Gitter eingesetzt werden, meint Trimpert. "Trotz eines vier Millionen Lochs im Haushalt hat die Kommunalaufsicht die geplanten Mittel für das Gerätehaus nicht gestrichen. Über alles andere reden wir noch", konnte Oberbürgermeister Andreas Michelmann (Widab) mitteilen, der die Grüße der Stadt übermittelte. Unzufrieden zeigte sich Trimpert auch, dass nicht ausreichend Uniformen zur Verfügung stehen. "Bei knappen Kassen hat zuerst die Beschaffung von Einsatzbekleidung Vorrang. Uniformen sind genügend vorhanden, nur nicht in allen Größen", stellte Abschnittsleiter Hagen Heinze richtig.
Der Wehrleiter ging in seinem Rechenschaftsbericht auch auf die vielen gesellschaftlichen Aktivitäten ein. So unter anderem auf das traditionelle Osterfeuer, einen Projekttag mit der Schule, eine Tagesfahrt nach Lübeck und die Teilnahme an Feuerwehrwettkämpfen.
Die Grüße des Landkreises überbrachte der Sachgebietsleiter Brandschutz im Amt für Brand- und Katastrophenschutz, Gereon Schelhas. Er kündigte an, dass nach der Gebietsreform die Abschnitte der Feuerwehren von zwölf auf sieben oder fünf verringert werden. Großes Lob zollte auch Ortsbürgermeister Albrecht Schneidewind der Feuerwehr für ihre gesellschaftlichen Aktivitäten. Vertreter aller anwesenden Feuerwehren wünschten der Mehringer Wehr wenig Einsätze und eine gesunde Rückkehr. Von vielen Aktivitäten der Jugendfeuerwehr konnte auch Martin Bork berichten. Als den Höhepunkt des Jahres nannte er das fünftägige Kreiszeltlager in Güsten und den 24-Stunden-Einsatz mit einer Brandlöschung. Von den Wettkämpfen holten die Feuerwehreleven vielen erste und zweite Plätze. Mit Freude konnte der Wehrleiter berichten, dass es gelungen sei, allen Schulabgängern, die in die Feuerwehr eintreten, einen Ausbildungsplatz zu beschaffen.
Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung konnten Andy Kleemann und Daniel Müschen zum Feuerwehrmann befördert werden. Walter Witt und Horst Wilke wurden für ihre 50-jährige Mitgliedschaft in der Mehringer Feuerwehr geehrt. Die Beförderung und Ehrung wurde von Oberbürgermeister Andreas Michelmann und Wehrleiter Axel Trimpert vorgenommen.
Mitteldeutsche Zeitung VON HAJO MANN, 07.02.10