Selbst Pfälzer tanzen auf dem Mehringer Countryball
Kultur- und Heimatverein Mehringen organisiert das nunmehr 13. Fest
Eine ganzer Tross Traktoren knatterte am Sonntag zum traditionellen Umzug durch Mehringen in Richtung Festinsel. (Foto: MZ)
Mehringen/MZ. Es ist kalt und nieselt. Aber die Festinsel ist nicht überflutet. Das hat das diesjährige Erntedankfest dem letzten voraus. Doch "bei schönem Wetter kann ja wohl jeder feiern", findet Ulrich Fügner, Vorsitzender des Kultur- und Heimatvereins. Die Mehringer feiern halt auch bei schlechtem, trotzen allen Kapriolen. Wozu gibt's schließlich dicke Jacken und Schirme? Gemächlich tuckern die Traktoren die Hauptstraße entlang. Kleine und große, aber alte. Mit eingereiht in den Tross der Landtechnik - Pferdeanspannungen. Gepflügt wurde am Sonntag, doch beim traditionellen Umzug müssen sie dabei sein. Über 250 Leute in 87 Bildern ziehen so gut gelaunt durch den Ort, legen den Durchgangsverkehr für eine knappe Stunde lahm. Geweckt vom beharrlichen Knattern der Maschinen wurden wohl die wenigsten, sind die meisten doch schon auf den Beinen - oder verfolgen das Treiben vom Fenster aus. Schmalzschnitten werden gereicht - Frühstück; wie kleine Fläschchen Hochprozentiges. Man muss ja von innen heraus warm werden.
Tradition hat das Erntedankfest, das am Wochenende zum nunmehr 13. Mal in Mehringen gefeiert wurde - mit Party, Umzug und Bauernmarkt -, längst; organisiert wie immer vom Kultur- und Heimatverein, dem tatkräftige Unterstützung von allen anderen ortsansässigen Vereinen sowie den Bürgern zuteil wurde. "Das Fest ist ja schließlich für die Mehringer, also bringen sich auch alle in die Vorbereitung mit ein", lobt Fügner das tadellose Zusammenspiel.
Schon der Auftakt war ein voller Erfolg. Das Schaupflügen habe unter sehr großer Beteiligung stattgefunden und zum Countryball mit den "Village Boys" am Abend haben sich neben sechs Countryclubs aus der näheren Umgebung sogar Gäste aus Rheinland-Pfalz unter die Besucher gemischt. Da haben nicht nur die Kaninchen - der Drohndorfer Rassekaninchenzuchtverein hat seine Tiere präsentiert - ihre Löffel aufgesperrt: Kein Pfälzer, aber einer aus Straguth, ein Kettensägenschnitzer, zog nämlich am Sonntag, während des Bauernmarktes, die Blicke auf sich. Michael Fröhlich, der eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass auch mit großem Gerät filigran gearbeitet werden, Kunst mit ratternder Kettensäge gemacht werden kann. Etwas ruhiger ging's dagegen zum Gottesdienst zu, den Pfarrer Mathias Kipp abhielt, gerahmt vom Mehringer Kirchenchor "Cantemus".
Mitteldeutsche Zeitung VON SUSANNE THON, 05.10.08, 17:17h, aktualisiert 05.10.08, 18:57h