Soll Kloster in Mehringen gefördert werden?
Die Restaurierung der Uhr und der Ausbau des Turmzimmers sollen in das Projekt aufgenommen werden.
(BILD: Pocklitz)
Drei Projekte in Mehringen bisher für das Leader-Programm eingereicht. Die Bewilligung steht jedoch noch aus. Ein viertes Projekt wurde außerdem vorgeschlagen, es ist jedoch umstritten.
Der Leader-Prozess geht in eine neue Runde. Kommunen und auch Privatpersonen können dafür Projekte einreichen. Daran will sich auch der Ascherslebener Ortsteil Mehringen beteiligen, mit Vorhaben, die die Stadt für förderfähig hält. Das sind das Pfarrhaus in der Kirchstraße, eine energetische Sanierung von Wohnraum Am Kloster und der Kirchturm (Restaurierung der Uhr und Ausbau des Turmzimmers). Darüber informierte Jens-Peter Börner, Leiter des Amtes für Kommunale Beziehungen der Stadt Aschersleben. Eine Bewilligung - und damit eine Förderung der drei Projekte - steht jedoch noch aus.
„Das Leader-Programm wäre eine Chance“
Silvia Wollmann brachte noch ein viertes Objekt ins Spiel: das Kloster. „Es ist ein historisches Gebäude. Man könnte es doch auch in das Leader-Programm aufnehmen“, findet sie. „Wenn sich hier nichts tut, fällt alles zusammen. Es wäre schön, wenn es erhalten werden könnte. Das Leader-Programm wäre eine Chance, etwas zu machen“, sagt sie.
„Wenn etwas gemacht wird, muss es später auch genutzt werden können“, meint Ortsbürgermeister Albrecht Schneidewind. Er warnt aber auch davor, jetzt übereilt zu handeln. Zudem ist er der Meinung, dass „sich jemand für die Sache verantwortlich fühlen muss und sich dann auch vor den Karren spannt“. Denjenigen sieht er derzeit aber nicht.
Förderperiode wird fortgesetzt
Das Kloster ist nach Angaben des Ortsbürgermeisters schon einmal angegangen worden. Ein Planungsbüro hatte sich damit beschäftigt. „Wir waren schon ziemlich weit, sind aber letztendlich nicht übereingekommen, weil sich das Kloster in verschiedenen Händen befindet“, blickt Schneidewind zurück.
Ist das Gebäude noch zu retten?
Offenbar konnte er sich nicht so recht mit dem Vorschlag anfreunden. „Alles, was ein Kloster ausmacht, ist weg“, so seine Meinung. Das Gebäude sei nicht mehr zu retten. „Nach Expertenmeinung ist das ein Fass ohne Boden. Ich weiß nicht, wie wir das stemmen sollen“, unterstreicht er.
Ähnlich sieht es auch Norbert Schwab. Er meint, es sei ein Wahnsinnsaufwand, der zu erwarten ist. Außerdem würden auch noch die Belange des Denkmalschutzes dazukommen.
Letztendlich hat sich der Ortschaftsrat für eine Bestandsaufnahme ausgesprochen. Zudem sollen die Aussichten geprüft werden, das Kloster mit in das Leader-Projekt aufzunehmen. (mz)
Mitteldeutsche Zeitung vom 03.03.2015 von Thorsten Köhler