Wangerooge beglückt die Mehringer

Wangerooge beglückt die Mehringer

Mehringer Kinder in der Kirche
Für vorweihnachtliche gute Laune sorgten die Mädchen und Jungen der Grundschule. (FOTO: FRANK GEHRMANN)

MEHRINGEN/MZ
. Wenn es gilt, die Adventszeit mit Nächstenliebe und Besinnlichkeit auszufüllen und ein kräftiger Glühwein oder Schmackhaftes aus Grill und Pfanne locken, lassen sich auch die Mehringer nicht lange bitten, die Kirche bis auf den letzten Platz zu füllen und einen Bummel über den kleinen, sehr familiären Weihnachtsmarkt fest im Terminkalender zu verankern.



Grundschüler begeistern

So auch am jüngsten Wochenende, an dem zahlreiche Helfer aus den Mehringer Vereinen wieder mit viel Einsatz dafür sorgten, dass sich mehrere hundert Gäste die Zeit für einen Bummel und den einen oder anderen Plausch mit den Nachbarn nahmen. Und für eine festliche Einstimmung sorgten nicht nur die Blechbläser in der Kirche, sondern mit einem Dreiviertelstunden-Programm auch die Mädchen und Jungen der Grundschule. Allen voran Witas Weber aus Drohndorf, der seine Texte nicht nur klar und deutlich vortrug, sondern mit fester Stimme auch dafür sorgte, dass auch der letzte unaufmerksame Kirchenbesucher "aufschreckte" und die Anstrengungen der Schulkinder, die wochenlang die Lieder, Gedichte, Sketche und Tänze geübt hatten und ihr Bestes gaben, entsprechend würdigte.

Und für die Mehringer gab es noch ein besonderes Geschenk. Der Hallenser Hobby-Historiker und Heimatkundler Uwe Nebert übergab der Gemeinde eine Bibel, die der große Sohn Mehringens, Johann Friedrich Ahlfeld, signiert hat und die eine äußert ungewöhnliche Reise hinter sich hatte. Sieglinde Strunk, geboren in Ostpreußen, von dort vertrieben und nach Australien ausgewandert, erwarb 1963 während eines Aufenthalts in Sydney auf einem Flohmarkt eine deutsche Bibel, in der eine handschriftliche Widmung von Friedrich Ahlfeld, mit der Ortsangabe Wangerooge stand. 45 Jahre später nahm sie Verbindung zur Nordseeinsel auf, um etwas über den Schreiber der Widmung zu erfahren. Im Fremdenregister von 1850 wurde tatsächlich Friedrich Ahlfeld, Pfarrer aus Halle / Saale, geführt. Ahlfeld machte auf der Insel Urlaub und hatte die Bibel mit der Widmung "Zu jenen seligen Wege sei Ihnen dieses teure Gottesbuch Wegweiser. Mögen wir beide einst am Ziele zusammentreffen. Das wünscht für uns beide von Herzen und erbittet es vor dem Herrn - Ihr Mitpilger Friedrich Ahlfeld", einem Unbekannten geschenkt.

Geschenk von Nordseeinsel

Diese Bibel, die Sieglinde Strunk den Wangeroogenern überließ, war seit vielen Jahren Bestandteil einer kleinen Bibelsammlung auf der Insel. Nach zahlreichen Gesprächen und Besuchen hat die Inselgemeinde zugestimmt, dass die Bibel jetzt in die Heimatgemeinde Ahlfelds zurückgekehrt ist.

Mitteldeutsche Zeitung VON DETLEF VALTINK, 11.12.11

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