Wildes Sammelsurium geordnet - Heimatstube in Mehringen

Wildes Sammelsurium geordnet - Heimatstube in Mehringen

Monika und Eberhard Hippe haben mit Unterstützung der Gemeinde drei Räume eingerichtet

Heimatstube Frau und Herr Hippe mit Bürgermeister Albrecht SchneidewindMoninka Hippe (v.), Eberhard Hippe (l.) und Albrecht Schneidewind (r.) stöbern in der Heimatstube. (Foto: Marion Pocklitz)

Peter Eichardt hat uns ein paar Fotos von der Heimatstube zur Verfügung gestellt, diese kann man hier einsehen.

MEHRINGEN/MZ. "Das wilde Sammelsurium ist jetzt geordnet", freut sich Mehringens Ortsbürgermeister Albrecht Schneidewind. Zum Tag des offenen Denkmals wurde die neue Heimatstube im Pfarrhaus eröffnet. 132 Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich über die Mehringer Geschichte zu informieren.

In zahlreichen Ausstellungsstücken wird so ein Stück Historie wieder lebendig. So zum Beispiel Mutter Ziegler, die von 1914 bis 1951 in Mehringen und Drohndorf als Hebamme tätig war und unter anderem auch Albrecht Schneidewind auf die Welt verhalf. Man erfährt auch Wissenswertes über Schwester Anneliese, die sich von 1950 bis 1989 in Mehringen und Drohndorf um das Wohl der Menschen kümmerte.

Es gibt aber hier noch viel mehr zu entdecken. "Und dass das jetzt so aussieht wie es aussieht, haben wir Monika und Eberhard Hippe zu verdanken. Die haben ein Jahr lang das Gesammelte geordnet, beschriftet, Texte verfasst", freut sich Schneidewind über das Engagement der beiden Mehringer. "Albrecht hat gesagt: macht mal. Es war viel Arbeit", sagt Monika Hippe, die sich mit der Geschichte des Ortes befasste und sie zu Papier gebracht hat. Dabei habe man sich an die Festschrift, die zur 900-Jahr-Feier Mehringens erschienen ist, gehalten. Entstanden sind Tafeln, die in Kurzform die Historie beschreiben.

In den drei Räumen im Pfarrhaus kann man vieles entdecken, was früher den Alltag der einfachen Leute bestimmte. Küchengeschirr, eine alte elektrische Rechenmaschine oder das Handwerkszeug eines Schuhmachers. Gefunden haben die Hippes auch alte Rechnungen von Handwerkern, die zwischen 1930 und 1960 im Ort ansässig waren. Einige wurden besucht und dabei kam noch so manch Interessantes ans Tageslicht, freuen sich die Hippes über die große Bereitschaft der Mehringer, die Heimatstube mit Leben zu erfüllen. In Ort gab es mal drei Fleischer und ebenso viele Bäcker. Dabei ist das noch nicht alles, was es derzeit in der Heimatstube zu sehen gibt. So gibt es beispielsweise über die Feuerwehr umfangreiches Material, das es zu sichten gilt. Und vielleicht schlummern ja noch in so manchem Keller oder auf dem Boden Schätze, die es wert sind, sie in der Heimatstube einem breiten Publikum zu zeigen.

"Wir würden uns freuen, wenn uns die Mehringer dabei helfen würden, ein noch umfangreicheres Geschichtsbild einer breiten Öffentlichkeit zeigen zu können", hofft Monika Hippe auf die Unterstützung der Menschen. Und dass das Interesse groß ist, beweisen die Besucherzahlen am Tag des offenen Denkmals. Am Rande erzählt Schneidewind, wie die Besucher gezählt wurden: "Ich habe selbst Eierlikör gemacht und Waffelbecher gekauft. Jeder bekam einen Eierlikör mit Becher und am Schluss wussten wir in etwa, wie viele Leute da waren. Nicht mitgerechnet die Kinder und die, die keinen Likör trinken wollten." Inzwischen stehen am Eingang zwei Spendenboxen.

Öffnungszeiten donnerstags von 16 bis 17 Uhr oder bei telefonischer Voranmeldung unter 03473 / 818272.

Mitteldeutsche Zeitung, von Elfi Schurtzmann, 27.09.09

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