Mehringer Kindern ist das Lachen vergangen
Aus der Not machen die Kinder eine Tugend. Sie wollen der Polizei bei den Ermittlungen helfen. (FOTO: FRANK GEHRMANN)
MEHRINGEN/MZ. Die Stimmung in der "Villa Kunterbunt" ist gedrückt. "So was darf man nicht machen", sagt Lara. "Ich bin traurig", gibt Leonie zu. Und ein Kind nach dem anderen pflichtet ihnen bei. Man schaut in betroffene Gesichter. Jegliche Unbeschwertheit verfliegt, kommt der Einbruch zur Sprache. Bereits am ersten Märzwochenende sind Unbekannte durch ein Fenster gewaltsam in die Mehringer Kindertagesstätte eingedrungen. Technik, Bargeld und Sportgeräte wurden entwendet. Die Polizei tappt bei ihren Ermittlungen noch im Dunkeln. Ein erster Zeugenaufruf erzielte nicht den gewünschten Erfolg. Vom zweiten erhoffen sich die Beamten mehr und auch von der Auswertung der Spuren, die andauert. Auf mehrere tausend Euro - Reparaturen mit eingerechnet - beläuft sich der Schaden, so Ilona Trimpert.
Minister plädiert für den Abriss
Seit Schuljahresbeginn kann die Mehringer Schule nicht mehr
genutzt werden. Jetzt gilt es zu beschließen: Sanierung oder Neubau. (FOTO:
GEHRMANN)
MEHRINGEN/MZ. "Über die Zukunft der Grundschule Mehringen muss dringend im Stadtrat diskutiert werden. Wir werden versuchen, dass das Thema in der nächsten Sitzung am 19. Mai in die Tagesordnung aufgenommen wird." Albrecht Schneidewind, Mehringens Ortsbürgermeister fasst in wenigen Worten zusammen, was die Ortschaftsräte auf ihrer jüngsten Sitzung nach längerer Diskussion beschlossen haben. Keine Zeit wollen die Kommunalpolitiker mehr verlieren und darüber diskutieren lassen, was aus ihrer Grundschule wird: Notsicherung, Teilsanierung, Komplettsanierung oder gar ein Neubau in der Wippergemeinde stehen als mögliche Varianten zur Auswahl. "Es muss langsam etwas passieren", findet der Ortsbürgermeister. Und Ortschaftsratsmitglied und Stadtrat Holger Herrmann erklärt, dass er den nötigen Antrag stellen wird.
Zeitplan beim Kanalbau soll gehalten werden
Noch bis Ende April wird es dauern, bis in Mehringen der
neue Schmutzwasserkanal gebaut ist. (FOTO: SUSANNE THON)
ASCHERSLEBEN/MEHRINGEN/MZ. Rund 350 000 Euro, ein Teil davon sind Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt, investiert die Stadt Aschersleben momentan in Mehringen, um einen weiteren Kilometer neuen Schmutzwasserkanal zu bauen.
"Der strenge Winter hat Verzögerungen mit sich gebracht, trotzdem liegen wir gut im Plan", zeigt sich Jutta Lässig, technische Leiterin im Eigenbetrieb Abwasser, optimistisch. Sie hofft, dass der Abschluss der Bauarbeiten Ende April erfolgen kann.
OB: Ja zum Standort Mehringen

Die Jungen und Mädchen der Grundschule Mehringen werden derzeit im Bestehornpark in Aschersleben unterrichtet. (FOTO: ARCHIV/FRANK GEHRMANN)
ASCHERSLEBEN/MEHRINGEN/MZ. Ascherslebens Oberbürgermeister Andreas Michelmann sprach sich öffentlich noch einmal ganz deutlich für den Erhalt des Schulstandortes in Mehringen aus. In den vergangenen Wochen waren immer wieder Gerüchte laut geworden und es machte sich in Mehringen die Angst breit, dass die Stadt die Schule dichtmachen wolle. "Davon kann keine Rede sein", so Michelmann. Offen sei allerdings noch die Entscheidung darüber, ob saniert oder eventuell auch neu gebaut werden würde. Das hänge von vielen Faktoren ab, aber man müsse alle Varianten im Auge behalten und "es muss doch auch erlaubt sein, über eine Schließung nachdenken zu dürfen", sagt Michelmann. Für seine offenen und aufklärenden Worte erntete der OB vonseiten des Schulelternrates am Ende dann anerkennende Worte. Ralf Meyer, 2. Vorsitzender des Schulelternrates, war es wichtig, diesen Gerüchten gegenzusteuern.
Ein Fass ohne Boden?

Die Schäden an der Grundschule in Mehringen sind weit größer, als ursprünglich angenommen. (FOTO: ARCHIV/GEHRMANN)
ASCHERSLEBEN/MEHRINGEN/MZ. Das Gutachten um die Schmelzwasserschäden an der Grundschule Mehringen wurde geschützt, wie ein Staatsgeheimnis. Schon seit Tagen lag es bei Steffen Schütze, Leiter des Amtes für Bildung und Sport der Ascherslebener Stadtverwaltung, auf dem Tisch. Nur sagen wollte er öffentlich nichts dazu: Es müsse erst ausgewertet werden, hieß es lapidar. Danach wurde es in der vergangenen Woche im nicht-öffentlichen Teil des Stadtentwicklungsausschusses vorgestellt. Und wieder gab es keine Informationen. Doch jetzt sickerten erste Details durch - und die haben es in sich. Denn die Sanierung des Gebäudes wird erheblich teurer, als ursprünglich geplant. Problem dabei: Das Geld hat die Stadt nicht.